Das Projekt

Die Mopsfledermaus (Barbastella barbastellus) ist schwerpunktmäßig in den Wäldern von Bayern, Baden-Württemberg, Hessen und Thüringen sowie randlich in Niedersachsen, Sachsen, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern verbreitet. Da sich Deutschland im Zentrum des europäischen Verbreitungsgebiets der waldbewohnenden Fledermausart befindet, stellen Schutz und Vernetzung der Populationen eine wichtige Aufgabe dar.

In den 1950er bis 1970er Jahren kam es zu dramatischen Bestandseinbrüchen der Mopsfledermaus, die bis zum Aussterben der Art in den westlichen Bundesländern und in Westeuropa führten. Ursache war zum einen ein verringertes Nahrungsangebot, hervorgerufen durch die Intensivierung der Landwirtschaft und dem damit verbundenem Pestizideinsatz. Zum anderen kam es aufgrund der Devastierung der Wälder nach dem Krieg zu großen Quartierverlusten. Die seltene Fledermausart überlebte nur in wenigen Reliktgebieten. Der bundesweite Erhaltungszustand der Art wurde daher als ungünstig eingestuft.

Das vorliegende Projekt hat sich zum Ziel gesetzt, die Mopsfledermaus und ihren Lebensraum zukünftig besser zu schützen und zu fördern. Daher nimmt die bundesweite Analyse der Verbreitung und ein daraus abzuleitendes Habitatmodell eine zentrale Rolle im Projekt ein. Das Projektgebiet deckt hierfür den Verbreitungsraum der Mopsfledermaus in Deutschland ab und bezieht sowohl die Verbreitungszentren als auch die -ränder mit ein. Eine genetische Analyse der Populationsstruktur wird begleitend durchgeführt. Untersuchungen zur Lebensraumnutzung stellen die Grundlage für die Entwicklung und Umsetzung von flächenscharfen Schutzmaßnahmen in den Modellregionen dar. Die Maßnahmen sollen gemeinsam mit verschiedenen Nutzergruppen, insbesondere öffentlichen und privaten Waldbesitzern, etabliert und für die bundesweite Umsetzung in der Fläche dokumentiert werden. Einen Schwerpunkt des Projekts bildet die bundesweite und regionale Informations- und Öffentlichkeitsarbeit, um haupt- und ehrenamtliche Akteure weiterzubilden und zu vernetzen. In einem „Handbuch Mopsfledermaus“ soll das praxisrelevante Wissen zum Schutz der Art und die Ergebnisse des Verbundvorhabens zusammengetragen werden.

Foto: Markus Melber